Kapitel 4 · Eintrag 2

Neuanfang, Umbruch und Rückkehr zu den Wurzeln

Neustart

In dieser Zeit bekam meine neue Partnerin sehr genau mit, wie es mir ging und unter welchen Umständen ich lebte. Sie bot mir an, bei ihr zu übernachten. Wir regelten das pragmatisch: Ich kümmerte mich um den Einkauf und übernahm die Kosten.

Für mich waren viele Dinge neu. Sie zeigte mir, wie wichtig die kleinen, alltäglichen Abläufe sind. Struktur, Ruhe, einfache Rituale. Es waren keine großen Gesten, sondern Kleinigkeiten, die Wirkung hatten. Dinge, die Stabilität schaffen, wenn außen vieles unsicher ist.

2021 zogen wir gemeinsam an einen neuen Ort in ein neues Haus. Für uns beide bedeutete das einen bewussten Neustart. Ein neues Umfeld, neue Routinen, ein klarer Schnitt zu vielem, was hinter uns lag.

Ich hatte wieder ein eigenes Büro. Durch die Corona-Pandemie änderte sich für mich beruflich kaum etwas. Ich arbeitete ohnehin von zu Hause aus. Die größten Einschränkungen betrafen Freizeitbereiche wie Fitnessstudio und Restaurantbesuche. Beruflich blieb mein Alltag strukturiert.


Im Herbst 2021 veränderte sich das Team erneut. Volkan entschied sich, seinen eigenen Weg zu gehen. Damit waren wir nur noch zu zweit. Ich und mein Geschäftspartner.

In dieser Phase wurden die Zahlen schwieriger. Viele Ansätze, die wir ausprobierten, führten nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Die wenigen Kunden reichten aus, um handlungsfähig zu bleiben, aber nicht für echtes Wachstum.

Wir nutzten unser Wissen, um neue Kunden zu gewinnen, und schlossen auch einzelne Projekte ab. Dennoch war klar: So, wie es lief, konnte es nicht dauerhaft weitergehen.

Ich trug mich schon länger mit dem Gedanken, die Struktur des Unternehmens zu verändern. Eine haftungsbeschränkte Gesellschaft bot aus meiner Sicht mehrere Vorteile, organisatorisch wie strategisch.

Im April 2022 gründeten wir daher die Kunden Maschine UG.

Wir traten einem Unternehmernetzwerk bei und setzten gezielt auf Empfehlungen. Das funktionierte grundsätzlich, brachte aber nicht die Dynamik, die wir brauchten, um wirklich zu skalieren.


Also erinnerte ich mich an das, was bereits früher funktioniert hatte. 2018 hatte ich die Kunden Maschine mit einem klaren Hebel aufgebaut: Kaltakquise.

Uns fehlte jemand, der diesen Bereich konsequent übernahm. Über eine Empfehlung kam schließlich Paul zu uns. Und das war ein Wendepunkt.

Ich kümmerte mich um die guten Kontakte, Paul rief diese an und mein Geschäftspartner führte die Verkaufsgespräche. Danach machte ich nur noch einen kleinen Vertrag mit dem Kunden.

Paul war extrem effektiv. Etwa jeder zehnte Anruf führte zu einem Termin. Und aus zehn Terminen entstanden regelmäßig drei bis vier Kunden. Das veränderte alles.

Ein weiterer entscheidender Unterschied war unsere Positionierung. Wir arbeiteten konsequent mit Video. Während viele andere Anbieter ausschließlich mit Bildern arbeiteten, setzten wir auf Bewegtbild. Videos schaffen Vertrauen, noch bevor das erste Gespräch stattfindet. Sie ermöglichen Beziehung – und genau das machte den Unterschied, besonders im Handwerksbereich.