Kapitel 3 · Eintrag 3

Verantwortung und die erste Lektion im Business

Der Beginn von allem

2014 hatte ich durch meine Strategien ein regelmäßiges Einkommen aufgebaut. Im Vergleich zu heute war es natürlich noch überschaubar, aber es reichte – wir konnten gut leben, ich konnte meine Familie ernähren, und das war für mich damals alles, was zählte.

2015 kam dann – kurz nach unserer ersten Tochter – auch unser Sohn zur Welt. Ich war unglaublich stolz. Er war groß, gesund und kräftig. Ich erinnere mich noch genau, wie zwei Krankenschwestern über ihn staunten und eine dritte hereinkam, um zu fragen, warum denn „dieses ältere Baby" im Säuglingszimmer liege. Die beiden lachten und sagten: „Der ist gerade erst geboren!" – worauf die Dritte nur meinte: „Wow, der sieht ja schon aus, als wäre er einen Monat alt!" Solche Momente prägen sich ein. Es war eine Zeit voller Leben, Nähe und auch Verantwortung.

Doch mit der wachsenden Familie kamen auch neue Gedanken. Meine damalige Frau sprach oft von einem dritten Kind – und innerlich spürte ich Druck. Nicht, weil ich kein weiteres Kind wollte, sondern weil ich Angst hatte, finanziell nicht mithalten zu können. Ich rechnete: ein größeres Auto, mehr Platz, höhere Ausgaben – und ich wusste, dass ich meine Strategie verändern musste, um dieses Niveau langfristig halten zu können.


Also suchte ich nach einem neuen Weg. Ich wollte wachsen – nicht nur als Vater, sondern auch als Unternehmer. Zu dieser Zeit lernte ich meinen ersten Geschäftspartner kennen. Ich übernahm alles rund um Marketing und Technik: Ich schaltete Facebook-Ads, organisierte Termine, erstellte Websites und kümmerte mich um alles Operative. Er übernahm den Vertrieb. Anfangs lief alles wie geschmiert. Euphorie, Energie, Erfolg, alles war da.

Doch mit der Zeit merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Immer wieder gab es Situationen, in denen ich Vorschläge machte, wie wir Dinge verbessern könnten – und sie wurden abgetan. Sechs Wochen später kam er mit denselben Ideen, nur diesmal angeblich von seinem Coach. Ich sah das Muster und blieb ruhig, aber innerlich wusste ich: Hier stimmt die Dynamik nicht.

Noch belastender wurde es beim Thema Geld. Wir hatten vereinbart, Einnahmen und Ausgaben zu teilen – doch da er kaum Kapital hatte, liefen alle Kosten über mich. Ich zog sie von den Einnahmen ab, um die Bilanz fair zu halten. Trotzdem wurde die Luft dünner. Und als ich schließlich herausfand, dass er Kundentermine nutzte, um parallel eigene Geschäfte zu machen und sich dabei selbst zu bereichern, war klar: Das war keine Partnerschaft – das war Verrat.

Ich beendete die Zusammenarbeit ruhig, aber entschlossen. Es war meine erste große Lektion im Unternehmertum: Vertraue nicht blind & prüfe, wem du dein Fundament anvertraust.